Wenn ich heute an die Monate zwischen 11.2019 und Ende 02.2020 zurückdenke, dann erscheint mir Heinsberg-Selfkant wie ein stiller Anfangspunkt, an dem vieles in meinem Leben seinen Lauf nahm, ohne dass ich es damals schon erahnen konnte.
- Mein Name ist Jakob Diener, ich bin freiberuflicher Redakteur, Journalist und war Patient
Das Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden hatte eine besondere Stimmung, eine Mischung aus Ruhe, Offenheit und Menschlichkeit, die man anderswo selten findet.
- In dieser Phase war meine Gesundheit bereits angeschlagen, doch ich spürte dort zum ersten Mal seit langer Zeit wieder so etwas wie Stabilität.
Und diese Stabilität verdankte ich vor allem einem Menschen:
- Frau Dr. Michaela Funken.
- Am Sportpl.13 + 16,
- 52538 Selfkant
Jeden Tag, an dem ich mich zum Einkaufen nach Heinsberg Tüddern begeben habe, kam ich auch an ihrer Praxis vorbei, war ein Moment der Zuversicht.
- Sie begegnete mir immer mit Wärme und einer Ruhe, die mich sofort entspannen ließ, noch bevor das eigentliche Gespräch begann.
- Es war, als würde man in eine kleine Welt eintauchen, in der Zeit und Druck für einen Augenblick keine Rolle spielten.
Und in dieser Welt kümmerte sich ein Mensch, der wirklich zuhörte.
- Nicht nur oberflächlich, nicht zwischen Tür und Angel, sondern ehrlich, konzentriert und respektvoll.
“Ein Alltag zwischen Krankheit, Vertrauen und kleinen Lichtblicken”
- In Heinsberg-Selfkant begann auch mein kleiner täglicher Rhythmus, in dem ich Momente für mich fand, die mich bis heute begleiten.
- Oft setzte ich mich auf meinen Senioren-Scooter und fuhr nach Heinsberg-Tüddern, um einfach einzukaufen oder den Kopf frei zu bekommen.
- Die vertrauten Wege, die schmalen Straßen, die Menschen, die man immer wieder traf – all das war ein Teil meines Lebens, der mir Sicherheit gab.
- Und mitten in diesen alltäglichen Wegen entstand eine Form von Verbundenheit, die weit über das hinausging, was man normalerweise zwischen einem Patienten und einer Hausärztin erlebt.
Wir telefonierten manchmal, bevor ich losfuhr.
- Manchmal fragte ich Sie ob ich etwas mitbringen könne, egal ob für die Praxis oder für kleine Dinge des Alltags, und ich tat es gerne.
- Es war eine besondere Form von Nähe, nicht aufdringlich, nicht absichtlich gesucht, sondern einfach gewachsen.
- Diese kleinen Lichtblicke machten die dunklen Momente erträglicher und gaben mir das Gefühl, ein Teil einer Gemeinschaft zu sein.
“Der plötzliche Zusammenbruch”
- Ende Februar 2020 kam dann der Tag, der alles veränderte.
- Aus heiterem Himmel, ohne Vorwarnung, wurde mein Leben mit zwei schweren Herzinfarkten erschüttert.
Ich erinnere mich an die Minuten, die sich wie Stunden anfühlten, an das Chaos, das plötzlich in mein Herz und in meinen Körper eingebrochen war, und an den Weg, der mich von Heinsberg-Selfkant in die Uniklinik Aachen führte.
- Es war ein Moment, in dem man merkt, wie fragil alles ist.
- Sirenen, Stimmen, hektische Bewegungen, kalte Krankenhausgänge – und mittendrin die Frage, ob es das gewesen sein könnte.
- Doch während ich in diesem Zustand zwischen Angst und Bewusstsein schwebte, spürte ich immer wieder den Gedanken an die Menschen, die mich bis dahin begleitet hatten.
- Und einer dieser Menschen war Frau Dr. Funken.
- Ihr Name, ihr Gesicht, ihre ruhige Art – all das gab mir das Gefühl, dass das Leben vielleicht doch noch einen Faden für mich übrig hatte.
“Die Rückkehr in ein neues Leben”
- Nach den akuten Wochen in der Uniklinik Aachen begann für mich ein neues Kapitel.
- Ich kam ins Alten- und Pflegeheim Haus Laetitia Waldeck in Jülich-Hambach, und so sehr ich mich bemühte, diesen Schritt anzunehmen, so schwer fiel er mir.
- Es war ein völliger Neuanfang, ein neuer Alltag zwischen Pflege, Medikamenten, Kontrollen und dem Versuch, die Ereignisse der vergangenen Wochen überhaupt zu begreifen.
Doch selbst in dieser vollkommen neuen Umgebung blieb mir eine Verbindung, die mir mehr bedeutete als jede offizielle Betreuung.
- Frau Dr. Funken sorgte weiterhin für ungefähr 2 Monate dafür, dass ich meine Medikamente bekam und dass ich medizinisch begleitet blieb.
- Das war nicht selbstverständlich.
- Es war ein Zeichen dafür, dass Menschlichkeit auch dann bleibt, wenn äußere Umstände sich ändern.
- Diese Beständigkeit half mir, mich in Jülich-Hambach nicht verloren zu fühlen.
“Die Bedeutung der kleinen Begegnungen”
- Ich erinnere mich an Gespräche, an Telefonate, an kleine Gesten, die mir das Gefühl gaben, mehr zu sein als eine Akte oder ein Zimmernummer.
- Die Zeit in Heinsberg hatte uns auf eine stille, ehrliche Weise verbunden, und diese Verbindung trug über die Distanz hinweg.
- Wenn ich heute an die vielen kleinen Momente zurückdenke, die zwischen uns entstanden sind, dann wird mir wieder bewusst, dass es oft nicht die großen Ereignisse sind, die ein Leben prägen, sondern genau diese leisen Begegnungen, in denen man sich gesehen fühlt.
“Die Gespräche während der Pandemie”
- Als später die Corona-Pandemie begann, veränderte sich die gesamte Welt.
- Jeder hatte Angst, jeder suchte nach Orientierung.
- Und auch in dieser Zeit war es wieder Frau Dr. Funken, die mir half, einen klaren Kopf zu behalten.
- Sie sprach offen mit mir über die Impfung, erklärte mir beide Seiten, und sie tat es ohne Druck und ohne Wertung.
Ich traf am Ende meine persönliche Entscheidung dagegen, eine Entscheidung, die für mich und meine Familie richtig war.
- In meinem Umfeld gab es Menschen, die nach der Impfung schwere gesundheitliche Probleme bekamen oder sogar verstarben.
- Diese Erlebnisse berührten mich tief, und sie prägten meinen Blick auf diese ganze Phase.
- Doch entscheidend war für mich nicht die allgemeine Debatte, sondern die Art und Weise, wie ich damals beraten wurde.
- Ehrlich, ruhig, respektvoll und frei von Zwang.
“Dankbarkeit, die mich bis heute begleitet”
- Wenn ich heute über all diese Zeit nachdenke, dann erfüllt mich eine tiefe Dankbarkeit, die ich kaum in Worte fassen kann.
- Frau Dr. Michaela Funken war nicht einfach eine Ärztin, die Rezepte ausstellte oder Diagnosen schrieb.
- Sie war ein Mensch, der mich begleitete, mir Halt gab, mich ernst nahm und mir durch einige der schwersten Zeiten meines Lebens half.
- Ihre Menschlichkeit, ihre Verlässlichkeit und ihre unerschütterliche Ruhe haben mein Leben geprägt.
Sie war und ist für mich eine der besten Hausärztinnen, die ich jemals hatte.
- Und auch wenn unsere Wege später auseinander liefen, bleibt sie ein fester Teil meiner Geschichte – ein Teil, den ich niemals vergessen werde.



Solche Ärztinnen / Ärzte findet man selten. Das ist dann der Glücksgriff im Heuhaufen. … Es ist traurig, das es dann schlimmer weiterging.