Das Marine Ehrenmal Laboe

Wenn ich heute zurückblicke, sehe ich mich als zehnjähriges Kind an der Seite meiner Großmutter.

  • Wir verbrachten regelmäßig unsere Ferien auf der Insel Borkum, doch immer wieder führte uns die Sehnsucht nach Meer, Geschichte und besonderen Orten nach Laboe an der Kieler Förde.
  • Mein Name ist Jakob Diener, ich bin freiberuflicher Redakteur und Journalist.

Dort erhebt sich das Marine-Ehrenmal Laboe, ein monumentales Bauwerk, das seit seiner Einweihung im Jahr 1936 als Symbol für Erinnerung, Mahnung und Frieden gilt.

  • Schon damals, in meiner Kindheit, beeindruckte mich die schlichte Größe des Turms, der mit seinen 72 Metern Höhe weit über die Ostsee hinaus sichtbar ist.

“Die Entstehung des Marine-Ehrenmals”

  • Das Ehrenmal wurde zwischen 1927 und 1936 errichtet und am 30. Mai 1936 feierlich eingeweiht.
  • Ursprünglich war es den im Ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Marinesoldaten gewidmet, doch seine Bedeutung wurde später erweitert.

Heute erinnert es an alle auf See gebliebenen Seeleute, unabhängig von Nation oder Herkunft.

  • Diese universelle Botschaft machte den Ort für mich schon als Kind zu etwas Besonderem.
  • Meine Großmutter erklärte mir, dass dieser Turm nicht nur ein Denkmal sei, sondern eine Mahnung – ein stilles Zeichen dafür, wie kostbar Frieden und freie Seefahrt sind.

“Die Spuren der Zeit”

  • Doch die Zeit geht auch an Monumenten nicht spurlos vorbei.
  • Das Marine-Ehrenmal Laboe ist inzwischen selbst in die Jahre gekommen.

Mehr als 5.000 Steine und rund 100 Kilometer Fugen müssen erneuert werden, da Frostschäden und eindringendes Wasser das Mauerwerk angegriffen haben.

  • Die Sanierungskosten belaufen sich auf 4,6 bis 5,3 Millionen Euro, wovon Bund, Land Schleswig-Holstein und der Deutsche Marinebund einen Teil übernehmen.
  • Dennoch bleibt eine Finanzierungslücke von über einer Million Euro offen.
  • Diese Zahlen verdeutlichen, wie groß die Herausforderung ist, ein solches Bauwerk für die Zukunft zu erhalten.

“Die drohende Schließung!”

  • Wenn ich heute höre, dass eine mögliche Schließung des Ehrenmals im Raum steht, erfüllt mich das mit Wehmut.
  • Denn für mich ist es nicht nur ein Bauwerk aus Stein, sondern ein Ort voller persönlicher Erinnerungen.

Ich sehe mich noch immer als Kind, wie ich mit meiner Großmutter die Stufen hinaufstieg, den Wind spürte und den Blick über die Kieler Förde schweifen ließ.

  • Diese Momente sind tief in meinem Herzen verankert und machen das Ehrenmal für mich zu einem Symbol der Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

“Romantik und Vergänglichkeit”

Romantisch betrachtet ist das Marine-Ehrenmal Laboe mehr als ein Denkmal.

  • Es ist ein Ort, an dem Geschichte, Architektur und Emotionen miteinander verschmelzen.

Die bröckelnden Mauern sind für mich ein Sinnbild der Vergänglichkeit, ein Zeichen dafür, dass selbst die stärksten Monumente irgendwann dem Zahn der Zeit nachgeben.

Doch gleichzeitig bleibt die Erinnerung lebendig – getragen von den Menschen, die diesen Ort besuchen, und von den Geschichten, die wir mit ihm verbinden.

“Erinnerungskultur und Mahnung zugleich”

  • Laboe ist nicht nur ein touristisches Ziel an der Ostsee, sondern ein Ort der Erinnerungskultur.
  • Es mahnt uns, die Vergangenheit nicht zu vergessen und den Frieden zu bewahren.

Die drohende Schließung wäre daher nicht nur ein Verlust für die Region, sondern auch ein Riss im kollektiven Gedächtnis.

  • Gerade in Zeiten, in denen die Welt immer wieder von Konflikten erschüttert wird, erscheint mir das Ehrenmal als ein stiller, aber kraftvoller Appell an die Menschlichkeit.

“Die Schönheit der Zerbrechlichkeit”

  • Vielleicht liegt gerade in dieser Zerbrechlichkeit die eigentliche Schönheit.
  • Das Ehrenmal, das nun bröckelt, zeigt uns, dass Erinnerung nicht an Mauern gebunden ist.
  • Sie lebt in uns weiter, in den Geschichten, die wir erzählen, und in den Emotionen, die wir mit Orten wie Laboe verbinden.
  • So wird das Marine-Ehrenmal für mich immer ein Ort bleiben, an dem sich Geschichte und persönliche Erinnerung miteinander verweben – ein Ort, der mich daran erinnert, wie wertvoll Frieden ist und wie tief die Spuren der Vergangenheit in uns weiterleben.

“Touristische Bedeutung von Laboe”

  • Laboe ist weit mehr als ein kleiner Ort an der Kieler Förde.
  • Für Urlauberinnen und Urlauber an der Ostsee ist es ein Magnet, denn hier treffen Strand, Hafen und Geschichte aufeinander.

Das Marine-Ehrenmal Laboe ist dabei das weithin sichtbare Wahrzeichen, das Besucher aus ganz Deutschland und darüber hinaus anzieht.

  • Direkt daneben liegt das U-Boot U-995, das als Museum besichtigt werden kann und die maritime Geschichte noch greifbarer macht.

“Besucherzahlen und Attraktionen”

  • Jährlich besuchen über 100.000 Menschen das Ehrenmal, manche Schätzungen sprechen sogar von bis zu 350.000 Gästen.
  • Damit gehört es zu den meistbesuchten Gedenkstätten in Schleswig-Holstein.

Neben dem Ehrenmal selbst locken die Aussichtsplattformen mit Blick bis nach Dänemark, die Ausstellungen am Fuß des Turms sowie die unmittelbare Nähe zum Strand und Hafen.

  • Urlauber können hier nicht nur Geschichte erleben, sondern auch die maritime Atmosphäre genießen – vom „Dicke-Pötte-Kieken“ bis zum Sonnenuntergang an der Promenade.

“Eintrittspreise und Öffnungszeiten”

  • Die Eintrittspreise sind bewusst familienfreundlich gestaltet.
  • Erwachsene zahlen 8 Euro, Schüler, Studenten und Soldaten mit Ausweis 6 Euro, ebenso Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren.
  • Für Familien gibt es eine Karte für 24 Euro, während Menschen mit einer Behinderung ab 50 Prozent 7 Euro entrichten.
  • Besonders beliebt ist die Kombi-Karte mit dem U-Boot U-995, die 13 Euro für Erwachsene, 9 Euro für Schüler, Studenten und Jugendliche sowie 36 Euro für Familien kostet.

Die Öffnungszeiten variieren je nach Saison:

  • Von April bis Oktober ist das Ehrenmal täglich von 10:00 bis 17:30 Uhr geöffnet, von November bis März von 10:00 bis 16:00 Uhr.
  • An Heiligabend und Silvester schließt es bereits um 14:00 Uhr.

“Laboe als Urlaubsort”

  • Für Touristen bietet Laboe eine perfekte Mischung aus Strandurlaub, Kultur und Geschichte.
  • Der flache Sandstrand ist ideal für Familien mit Kindern, während Wassersportler hier Segeln und Surfen ausprobieren können.
  • Kulinarisch lockt der Hafen mit fangfrischem Fisch direkt vom Kutter, und die Promenade lädt zu Spaziergängen mit Blick auf die großen Schiffe ein.
  • Das Ehrenmal ist dabei das kulturelle Herzstück, das den Ort über die Region hinaus bekannt macht.

“Erinnerung und Erlebnis”

So verbindet Laboe zwei Welten:

  • Die romantische Erinnerungskultur des Marine-Ehrenmals und die lebendige touristische Vielfalt eines Ostseeortes.
  • Für mich bleibt es ein Ort, an dem persönliche Kindheitserinnerungen mit meiner Großmutter und die große Geschichte der Seefahrt auf einzigartige Weise zusammenfließen.
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1 Gedanken zu “Das Marine Ehrenmal Laboe”

  1. Warum muss ein Denkmal erst vor dem Ruin stehen, damit es repariert wird oder werden kann ???
    Warum muss oder müssen so hohe Summen zusammenkommen, das es dann nicht zu einer Reparatur kommen kann ???
    Solche Denkmäler gehören zu unserer Geschichte und sollten erhalten bleiben, damit die Erinnerung nicht erlischt.

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