„Die Gitarre gehört zu den Instrumenten, die uns heute in unzähligen Formen begegnen“
- Es gibt die einfache akustische Gitarre, die klassische Konzertgitarre, die spanische Gitarre, die Flamencogitarre, die elektroakustische Gitarre und schließlich die unterschiedlichsten Formen der E-Gitarre.
- Auf den ersten Blick scheinen diese Instrumente teilweise kaum noch etwas miteinander gemeinsam zu haben.
- Trotzdem gehören sie zu einer gemeinsamen Entwicklungsgeschichte.
- Die Geschichte beginnt bei einem vergleichsweise einfachen akustischen Instrument und führt über zahlreiche technische und musikalische Entwicklungsschritte bis zu hochentwickelten elektrischen Gitarren.
- Und genau diese Entwicklung möchte ich hier einmal nachvollziehen.
- Dabei geht es nicht nur um die Geschichte eines Instruments.
- Es geht auch um die Geschichte von Musik, Handwerk, Technik und schließlich um meine eigene Geschichte als Musiker.
„Die frühen Vorläufer der Gitarre“
- Die moderne Gitarre ist nicht plötzlich entstanden.
- Ihr gingen verschiedene Zupfinstrumente voraus.
- Dazu gehören unter anderem die Vihuela, die Renaissancegitarre und später die Barockgitarre.
- Auch die Gitarren des 18. und 19. Jahrhunderts unterschieden sich noch deutlich von dem Instrument, das wir heute als klassische Konzertgitarre kennen.
- Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die sechssaitige Gitarre immer stärker zu der Bauform, auf der die moderne Konzertgitarre basiert.
- Damit begann eine Entwicklung, die besonders eng mit Spanien verbunden werden sollte.
„Antonio de Torres und die moderne Konzertgitarre“
- Eine der wichtigsten Personen in dieser Entwicklung war der spanische Gitarrenbauer Antonio de Torres.
- Torres veränderte unter anderem die Größe und Proportionen des Gitarrenkorpus und entwickelte die innere Beleistung der Decke entscheidend weiter.
- Besonders die Fächerbeleistung wurde zu einem wichtigen Bestandteil der klassischen spanischen Gitarrenbauweise.
- Dadurch konnte die Decke wesentlich besser schwingen und der Klang des Instruments wurde kräftiger und ausgewogener.
- Die moderne Konzertgitarre war damit noch längst nicht endgültig fertig entwickelt.
- Aber Torres schuf eine Grundlage, auf der viele spätere Gitarrenbauer aufbauen konnten.
- Die Gitarre wurde größer.
- Sie wurde klangvoller.
- Und sie konnte sich zunehmend auch gegenüber anderen Instrumenten behaupten.
„Die Gitarre wird zum Konzertinstrument“
- Mit der technischen Entwicklung des Instruments veränderte sich auch seine musikalische Bedeutung.
- Francisco Tárrega war einer der bedeutendsten Gitarristen und Komponisten dieser Entwicklung.
- Er entwickelte die Spieltechnik weiter und trug entscheidend dazu bei, die Gitarre als ernstzunehmendes Konzertinstrument zu etablieren.
- Später wurde Andrés Segovia zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten der internationalen Gitarrengeschichte.
- Segovia spielte eine entscheidende Rolle dabei, die klassische Gitarre aus ihrem teilweise eher volkstümlichen Umfeld herauszuführen und sie auf die großen Konzertbühnen der Welt zu bringen.
- Die Gitarre war damit nicht mehr nur ein Begleitinstrument.
- Sie wurde zu einem eigenständigen Soloinstrument.
„Die Saiten – vom Darm zum Nylon“
- Ein weiterer entscheidender Entwicklungsschritt betraf die Saiten.
- Über Jahrhunderte wurden für die hohen Saiten Darmsaiten verwendet.
- Diese waren empfindlich, reagierten auf Temperatur und Feuchtigkeit und waren nicht annähernd so zuverlässig wie moderne Saiten.
- In den 1940er-Jahren kam es schließlich zu einer Entwicklung, die für die klassische Gitarre von enormer Bedeutung werden sollte.
- Nylon wurde als Saitenmaterial eingesetzt.
- Der Gitarrist Andrés Segovia und der Saitenentwickler Albert Augustine spielten dabei eine entscheidende Rolle.
- Aus der Zusammenarbeit entstand eine wesentlich haltbarere und zuverlässigere Alternative zu den bisherigen Darmsaiten.
- Damit wurde die moderne Nylonsaite zu einem wichtigen Bestandteil der klassischen Konzertgitarre.
- Was heute selbstverständlich erscheint, war damals eine technische Revolution.
„Mein Name ist Jakob Diener“
- Mein Name ist Jakob Diener.
- Ich bin freiberuflicher Journalist aus Nordrhein-Westfalen in Deutschland.
- Aber ich bin nicht nur Journalist.
- Ich war viele Jahre Berufsmusiker aus Leidenschaft und habe die Entwicklung der Musik nicht ausschließlich aus der Perspektive eines Zuhörers erlebt.
- Ich habe selbst viele Jahre Musik gemacht und kenne deshalb auch die andere Seite.
- Für mich ist eine Gitarre nicht einfach ein Gegenstand aus Holz, Metall und Elektronik.
- Eine Gitarre ist ein Musikinstrument, mit dem Menschen Erinnerungen, Gefühle und ganze Lebensabschnitte verbinden können.
- Und genau deshalb interessiert mich die Entwicklung dieses Instruments bis heute.
„Spanien und die Gitarre“
- Wenn man über die klassische Gitarre spricht, kommt man an Spanien kaum vorbei.
- Die spanische Gitarrenbaukunst hat die Entwicklung der modernen Konzertgitarre entscheidend geprägt.
- Aber Spanien hat noch eine ganz andere Beziehung zur Gitarre.
- Es ist die Welt des Flamenco.
- Und damit sind wir bei einer Musik angekommen, die ich selbst nicht nur aus Aufnahmen oder aus dem Fernsehen kenne.
- Ich habe in Spanien gelebt und gearbeitet.
- Und ich habe in Sevilla einen privaten Flamenco-Abend erlebt.
- Das war für mich etwas Besonderes.
- Denn Flamenco ist nicht einfach nur eine bestimmte Art, Gitarre zu spielen.
- Flamenco verbindet Gitarre, Gesang und Tanz mit Rhythmus, Körperbewegung und einer ganz eigenen musikalischen Ausdrucksform.
- Gerade in Andalusien gehört diese Kultur bis heute zum gesellschaftlichen Leben.
- Flamenco kann bei Konzerten stattfinden.
- Er kann aber genauso bei privaten Feiern, Hochzeiten, Geburtstagen und anderen Festen eine Rolle spielen.
- Genau diese unmittelbare Verbindung zwischen Musik und dem normalen Leben hat mich immer wieder fasziniert.
„Die Flamencogitarre“
- Auch die Flamencogitarre ist nicht einfach eine klassische Konzertgitarre mit einem anderen Etikett.
- Bauweise, Klangvorstellung und Spieltechnik unterscheiden sich teilweise deutlich.
- Die Flamencogitarre soll schnell reagieren.
- Sie muss rhythmisch präzise funktionieren.
- Und sie muss die perkussiven Elemente des Flamencospiels unterstützen.
- Techniken wie das Rasgueado gehören zu den charakteristischen Spielweisen.
- Die rechte Hand wird dabei zu einem regelrechten Rhythmusinstrument.
- Damit zeigt die spanische Gitarrentradition einmal mehr, wie vielseitig ein einziges Grundprinzip sein kann.
- Die Konzertgitarre kann im Konzertsaal stehen.
- Die Flamencogitarre kann mitten in einer ausgelassenen Feier stehen.
- Beide Instrumente haben gemeinsame Wurzeln.
- Aber sie erzählen musikalisch unterschiedliche Geschichten.
„Die Konzertgitarre bleibt nicht stehen“
- Auch die klassische Konzertgitarre hat sich weiterentwickelt.
- Moderne Gitarrenbauer arbeiten mit unterschiedlichen Holzarten, Konstruktionen, Deckenformen und Beleistungen.
- Neben traditionellen Naturholzoberflächen gibt es heute auch moderne optische und konstruktive Varianten.
- Selbst bei den Saiten gibt es inzwischen verschiedene Materialien.
- Neben klassischen Nylonsaiten werden beispielsweise moderne Kunststoffmaterialien wie Carbon beziehungsweise PVDF eingesetzt.
- Dabei geht es nicht darum, die traditionelle Konzertgitarre abzuschaffen.
- Es geht darum, ihre Möglichkeiten zu erweitern.
„Die elektroakustische Konzertgitarre“
- Irgendwann stellte sich allerdings eine ganz praktische Frage.
- Was passiert, wenn eine Konzertgitarre auf einer größeren Bühne gespielt werden soll?
- Der natürliche Klang eines akustischen Instruments reicht irgendwann nicht mehr aus.
- Zunächst wurde mit Mikrofonen gearbeitet.
- Später kamen unterschiedliche Tonabnehmersysteme hinzu.
- Damit entstand die elektroakustische Gitarre.
- Bei einer modernen elektroakustischen Nylonstring-Gitarre kann der akustische Charakter vollständig erhalten bleiben.
- Gleichzeitig lässt sich das Instrument elektrisch verstärken.
- Je nach Modell kommen Tonabnehmer, Vorverstärker, Lautstärkeregler, Klangregelungen, Stimmgeräte und weitere Bedienelemente hinzu.
- Manche Systeme arbeiten mit Drehreglern.
- Andere verwenden zusätzlich Schieberegler.
- Damit wird aus der klassischen Konzertgitarre aber noch keine gewöhnliche E-Gitarre.
- Der akustische Resonanzkörper bleibt weiterhin ein wesentlicher Bestandteil des Instruments.
- Die Elektronik erweitert lediglich seine Einsatzmöglichkeiten.
„Die Stahlsaitengitarre als parallele Entwicklung“
- Während sich die spanische Konzertgitarre weiterentwickelte, entstand parallel eine andere wichtige Gitarrenwelt.
- Die Stahlsaitengitarre.
- Sie wurde insbesondere in der amerikanischen Musikgeschichte zu einem wichtigen Instrument.
- Durch Stahlsaiten konnten höhere Zugkräfte und andere Klangcharakteristiken erreicht werden.
- Die Instrumente entwickelten sich weiter und wurden zunehmend größer und lauter.
- Gerade in Jazz- und Tanzorchestern entstand damit jedoch ein neues Problem.
- Die Gitarre musste sich gegenüber vielen anderen Instrumenten behaupten.
- Und genau hier begann die Elektrifizierung interessant zu werden.
„Warum die Gitarre elektrisch werden musste“
- Die E-Gitarre wurde nicht ausschließlich erfunden, weil jemand einen neuen Klang ausprobieren wollte.
- Ein ganz praktisches Problem stand am Anfang.
- Die Gitarre war in größeren Ensembles schlicht zu leise.
- Mikrofone waren eine Möglichkeit.
- Aber Mikrofone brachten ihre eigenen Probleme mit sich.
- Rückkopplungen waren ein großes Thema.
- Also begann man, den Klang der Saiten direkt elektrisch abzunehmen.
- Damit wurde der Tonabnehmer zu einem der wichtigsten Bauteile der späteren E-Gitarre.
„Die ersten elektrischen Gitarren“
- Bereits in den 1920er- und frühen 1930er-Jahren wurde mit elektrischer Verstärkung experimentiert.
- Ein wichtiger Meilenstein war die von George Beauchamp und Adolph Rickenbacker entwickelte elektrische Gitarre, die wegen ihrer charakteristischen Form später den Spitznamen „Frying Pan“ erhielt.
- Dabei handelte es sich noch nicht um eine moderne Solidbody-Gitarre, wie wir sie heute kennen.
- Aber das Grundprinzip war entscheidend.
- Die Schwingung der Saiten wurde elektrisch aufgenommen und anschließend über einen Verstärker wiedergegeben.
- Damit hatte sich die Geschichte der Gitarre endgültig in Richtung Elektronik bewegt.
„Gibson und die elektrische Gitarre“
- Ein weiterer großer Entwicklungsschritt folgte mit Gibson.
- Mit der ES-150 entstand Mitte der 1930er-Jahre eine elektrisch verstärkte Gitarre, die besonders durch ihren Tonabnehmer und ihren Einsatz im Jazz bekannt wurde.
- Damit wurde die elektrische Gitarre zunehmend zu einem professionellen Musikinstrument.
- Aber auch diese Instrumente hatten noch große Resonanzkörper.
- Und damit blieb ein Problem bestehen.
- Die Rückkopplung.
„Der Weg zum massiven Korpus“
- Die nächste große Idee war deshalb konsequent.
- Wenn der Resonanzkörper nicht mehr unbedingt notwendig ist, könnte man ihn auch verkleinern oder vollständig durch einen massiven Korpus ersetzen.
- Schon vor den großen Serienherstellern experimentierten Musiker und Konstrukteure mit solchen Ideen.
- Les Paul entwickelte beispielsweise seine berühmte „The Log“.
- Später machten insbesondere Fender und Gibson die Solidbody-Gitarre zum internationalen Standard.
- Damit war die moderne E-Gitarre endgültig auf dem Weg.
„Die Fender Telecaster“
- Leo Fender entwickelte mit der später als Telecaster bekannten Gitarre ein Instrument, das wesentlich einfacher und für die Serienproduktion geeignet war.
- Die Konstruktion war robust.
- Die Elektronik war vergleichsweise übersichtlich.
- Und die Gitarre ließ sich in großen Stückzahlen herstellen.
- Damit wurde die E-Gitarre endgültig zu einem Masseninstrument.
„Die Fender Stratocaster“
- 1954 kam die Fender Stratocaster hinzu.
- Sie wurde zu einer der bekanntesten E-Gitarren der Musikgeschichte.
- Drei Tonabnehmer, ein charakteristischer Korpus, ergonomische Konturen und ein Tremolosystem machten sie zu einem Instrument mit sehr vielen klanglichen Möglichkeiten.
- Und irgendwann wurde diese Entwicklung auch für mich persönlich wichtig.
- Denn eine Fender Stratocaster gehörte ebenfalls zu meiner eigenen Geschichte als Musiker.
- Unter anderem hatte ich eine Stratocaster in Sunburst.
- Die Verbindung zu diesem Instrument ist für mich deshalb keine reine Gitarrengeschichte.
- Ich habe selbst damit Musik gemacht.
„Meine erste E-Gitarre“
- Meine eigene Geschichte begann allerdings nicht mit der Konzertgitarre.
- Ich bin direkt bei der E-Gitarre eingestiegen.
- Meine erste E-Gitarre kaufte ich bei Heinz Hermann in Erkelenz.
- Damit begann für mich persönlich ein Weg, der mich über viele Jahre als Berufsmusiker begleiten sollte.
- Und genau an dieser Stelle zeigt sich ein interessanter Unterschied zwischen der allgemeinen Geschichte der Gitarre und meiner eigenen Geschichte.
- Historisch betrachtet führte der Weg von der akustischen Gitarre zur E-Gitarre.
- Ich selbst nahm diesen historischen Weg nicht.
- Ich stieg direkt bei der elektrischen Gitarre ein.
„Gibson Les Paul“
- Neben Fender gehört Gibson zu den großen Namen der E-Gitarrengeschichte.
- Das bekannteste Gegenstück zur Stratocaster ist sicherlich die Gibson Les Paul.
- Die Les Paul wurde ab 1952 als Serienmodell angeboten.
- Die frühen Modelle waren zunächst mit P-90-Tonabnehmern ausgestattet.
- 1957 kamen die berühmten PAF-Humbucker hinzu.
- Damit wurde die Les Paul zu einem der prägendsten Instrumente der modernen E-Gitarre.
- Auch hier gibt es wieder eine persönliche Verbindung.
- Ich besitze beziehungsweise besaß eine Gibson Les Paul Goldtop aus dem Jahr 1957.
- Ich habe sie 2010 bei Heinz Hermann in Erkelenz gekauft.
- Damit schließt sich für mich ein Kreis.
- Der Mann, bei dem ich bereits meine erste E-Gitarre gekauft hatte, wurde später auch zum Verkäufer einer ganz besonderen Gitarre meiner persönlichen Sammlung.
„Vom Musikinstrument zum technischen Gesamtsystem“
- Die moderne hochwertige E-Gitarre ist heute weit mehr als ein einfacher Holzkorpus mit sechs Saiten.
- Materialien werden gezielt ausgewählt.
- Hölzer beeinflussen Gewicht, Resonanz und Spielgefühl.
- Hälse werden unterschiedlich konstruiert.
- Bünde, Sattel und Stege werden präzise gefertigt.
- Tonabnehmer gibt es in unterschiedlichsten Bauformen.
- Dazu kommen Potentiometer, Wahlschalter, Kondensatoren und weitere elektronische Komponenten.
- Bei manchen modernen Instrumenten kommen aktive Elektronik, digitale Schnittstellen oder MIDI-Systeme hinzu.
- Damit ist die Gitarre zu einem technischen Gesamtsystem geworden.
- Trotzdem bleibt das Grundprinzip erstaunlich einfach.
- Eine Saite schwingt.
- Ein Mensch bringt sie zum Klingen.
- Und daraus entsteht Musik.
„Was aus der einfachen Konzertgitarre geworden ist“
- Wenn man die gesamte Entwicklung betrachtet, ist die Veränderung beeindruckend.
- Aus frühen Zupfinstrumenten entwickelte sich die Gitarre des 19. Jahrhunderts.
- Antonio de Torres prägte die moderne spanische Konzertgitarre.
- Tárrega entwickelte die Spieltechnik weiter.
- Segovia führte die Konzertgitarre auf die großen Bühnen der Welt.
- Darmsaiten wurden durch moderne Nylonsaiten ergänzt beziehungsweise ersetzt.
- In Spanien entwickelte sich parallel eine einzigartige Flamencokultur.
- Die Stahlsaitengitarre eröffnete weitere musikalische Möglichkeiten.
- Die zunehmende Lautstärke moderner Ensembles führte zur elektrischen Verstärkung.
- Tonabnehmer veränderten das Instrument.
- Die Solidbody-Konstruktion beseitigte viele Probleme der Rückkopplung.
- Fender und Gibson entwickelten daraus Instrumente, die bis heute zu den bekanntesten Gitarren überhaupt gehören.
- Und die heutige E-Gitarre verbindet traditionelles Handwerk mit hochentwickelter Elektronik.
„Meine persönliche Verbindung zur Gitarre“
- Für mich ist diese Entwicklung deshalb mehr als eine historische Betrachtung.
- Ich war selbst viele Jahre Berufsmusiker.
- Ich habe die Gitarre nicht nur als Zuhörer erlebt.
- Ich habe sie gespielt.
- Ich habe unterschiedliche Instrumente kennengelernt.
- Und ich habe erlebt, wie unterschiedlich sich Gitarren anfühlen und wie unterschiedlich sie auf den Musiker reagieren können.
- Von der einfachen Gitarre bis zum hochwertigen Instrument liegen Welten.
- Trotzdem bleibt die Grundidee immer dieselbe.
- Ein Musiker bringt eine Saite zum Schwingen.
- Und aus dieser Schwingung entsteht ein Klang.
„Die Gitarre als Verbindung zwischen Spanien und Deutschland“
- Vielleicht ist genau das auch der Grund, warum mich die spanische Gitarre und der Flamenco bis heute so faszinieren.
- Spanien war für mich nicht irgendein Urlaubsland.
- Ich habe dort gelebt und gearbeitet.
- Ich habe die Menschen, die Sprache und die Kultur über viele Jahre kennengelernt.
- Und ich habe erlebt, welchen Stellenwert Musik und insbesondere der Flamenco im gesellschaftlichen Leben haben können.
- Diese Erfahrungen gehören zu meiner eigenen Geschichte.
- Und vielleicht wird daraus irgendwann noch etwas Neues.
- Mit dem geplanten Düsseldorfer Kulturkreis möchte ich ab Mitte 2027 einen kleinen Beitrag dazu leisten, spanische Kultur auch in Düsseldorf sichtbar und erlebbar zu machen.
- Dabei soll es nicht ausschließlich um Musik gehen.
- Flamenco und gemeinsames Musizieren gehören ebenso dazu wie spanische Küche, Gewürze, frischer Knoblauch, Trauben und viele andere Facetten spanischer Kultur und Lebensart.
- Es geht nicht darum, die großen internationalen Communities Düsseldorfs nachzuahmen.
- Es geht darum, einen kleinen eigenen kulturellen Beitrag zu leisten.
„Mein Fazit“
- Die Geschichte der Gitarre lässt sich technisch erzählen.
- Man kann Bauformen, Hölzer, Saiten, Tonabnehmer, Elektronik und Produktionsverfahren beschreiben.
- Aber die eigentliche Geschichte der Gitarre ist größer.
- Sie ist eine Geschichte darüber, wie Menschen Musik machen wollten.
- Die einfache akustische Gitarre brauchte keine Elektronik.
- Sie brauchte lediglich Holz, Saiten und einen Musiker.
- Die Konzertgitarre entwickelte daraus ein anspruchsvolles Soloinstrument.
- Die Nylonsaiten machten sie zuverlässiger.
- Der Flamenco gab ihr in Spanien eine völlig eigene musikalische Sprache.
- Die Verstärkung machte sie bühnentauglich.
- Die E-Gitarre veränderte schließlich die gesamte moderne Musik.
- Und aus der einfachen Saite, die einst einen Resonanzkörper zum Schwingen brachte, wurde ein hochentwickeltes elektrisches Instrument mit Tonabnehmern, Elektronik und unzähligen klanglichen Möglichkeiten.
- Für mich persönlich schließt sich damit ein Kreis.
- Die Geschichte der Gitarre führt von Spanien und der klassischen Konzertgitarre bis zur modernen E-Gitarre.
- Meine eigene Geschichte führt von meiner ersten E-Gitarre bei Heinz Hermann in Erkelenz über viele Jahre als Berufsmusiker bis zu besonderen Instrumenten wie meiner 1957er Gibson Les Paul Goldtop.
- Deshalb ist die Geschichte der Gitarre für mich nicht einfach die Geschichte eines Musikinstruments.
- Sie ist auch ein Teil meiner eigenen Lebensgeschichte.
- Und vielleicht ist genau das die schönste Entwicklung von allen:
- Aus einer Saite wird ein Klang.
- Aus einem Klang wird Musik.
- Und aus Musik können Erinnerungen entstehen, die ein ganzes Leben begleiten.


