Von der Vergangenheit in die Zukunft

”Der Flugplatz Wildenrath”

  • Die Anfänge von 1938 bis 1940

”Die Geschichte des Standortes Wildenrath reicht bis in das Jahr 1938 zurück”

  • Mein Name ist Jakob Diener, ich bin nicht nur freiberuflicher Redakteur und Journalist aus NRW, sondern ich habe in Wegberg-Uevekoven gelebt, als die RAF Base Wildenrath noch geöffnet war.

”In den letzten Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg entstand in der Region ein militärisch genutztes Flugplatzgelände, das aufgrund seiner Lage im Westen Deutschlands von strategischer Bedeutung war”

  • Während der Kriegsjahre wurde das Gelände militärisch genutzt und diente als Teil der Luftfahrt-Infrastruktur jener Zeit.
  • Die Region rund um Wildenrath entwickelte sich dadurch zu einem wichtigen Standort für den militärischen Flugverkehr.
  • Die auf dem Gelände vorhandenen Einrichtungen wurden während der Kriegsjahre mehrfach erweitert und den jeweiligen militärischen Anforderungen angepasst.
  • Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 begann für den Standort jedoch ein völlig neues Kapitel, das seine weitere Entwicklung für Jahrzehnte prägen sollte.

“Die Nutzung durch die Royal Air Force ab 1945 bis 1952”

  • Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges übernahm Großbritannien als Besatzungsmacht die Verantwortung für große Teile Nordwestdeutschlands.
  • Im Zuge des beginnenden Kalten Krieges entschied die britische Regierung, ihre Luftstreitkräfte dauerhaft in Westdeutschland zu stationieren.

”Da viele vorhandene Flugplätze nahe der innerdeutschen Grenze lagen, wurde beschlossen, neue moderne Luftwaffenstützpunkte weiter westlich in Grenznähe zu den Niederlanden zu errichten”

  • Die Bauarbeiten für RAF Wildenrath begannen im Jahr 1950 mit umfangreichen Rodungsarbeiten.
  • Es entstand eine moderne Start- und Landebahn mit zunächst 1.830 Metern Länge, die später auf rund 2.440 Meter erweitert wurde.
  • Am 15. Januar 1952 wurde die Royal Air Force Station Wildenrath offiziell eröffnet und war damit die erste der sogenannten „Clutch Stations“ der Royal Air Force in Deutschland.

“RAF Wildenrath – Militärische Nutzung und Entwicklung von 1952 bis 1990”

  • Während des Kalten Krieges entwickelte sich RAF Wildenrath zu einem der bedeutendsten Luftwaffenstützpunkte der NATO in Europa.
  • Der Flugplatz gehörte zur Royal Air Force Germany und war Teil der NATO-Luftverteidigung gegen eine mögliche Bedrohung aus dem Osten.
  • Zahlreiche Jagdflugzeuge, Aufklärungsflugzeuge, Transportmaschinen und später moderne Kampfflugzeuge waren hier stationiert.

”Zu den bekanntesten Flugzeugtypen gehörten die Canadair Sabre, die English Electric Canberra, die Harrier-Senkrechtstarter sowie die Phantom FGR.2”

  • Der Stützpunkt verfügte über umfangreiche technische Einrichtungen, Wartungsbereiche, Treibstofflager, Munitionsdepots, Wohngebiete für Soldaten und ihre Familien sowie moderne Radaranlagen.
  • In den 1950er-, 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahren arbeiteten mehrere tausend Soldaten und zivile Mitarbeiter auf dem Gelände.
  • RAF Wildenrath galt als einer der wichtigsten britischen Militärflugplätze auf dem europäischen Festland und spielte während der gesamten Dauer des Kalten Krieges eine zentrale Rolle innerhalb der NATO-Verteidigungsstrategie.

“Die 1990er Jahre – Nutzung im Wandel”

  • Mit dem Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989 und dem Ende des Kalten Krieges veränderte sich die sicherheitspolitische Lage in Europa grundlegend.
  • Die militärische Bedrohung durch den Ost-West-Konflikt war weitgehend verschwunden, sodass viele Militärstandorte verkleinert oder geschlossen wurden.
  • Auch RAF Wildenrath war von diesen Veränderungen betroffen.

”Am 1. April 1992 wurde die Royal Air Force Station Wildenrath offiziell geschlossen”

  • Damit endete nach vier Jahrzehnten die militärische Nutzung des Standortes.
  • Anschließend begann eine umfassende Umgestaltung des Geländes.
  • Die vorhandene Infrastruktur, die Verkehrswege und große Teile der technischen Einrichtungen boten ideale Voraussetzungen für eine zivile Nachnutzung.
  • Aus dem ehemaligen Militärflugplatz entwickelte sich schrittweise ein moderner Technologie- und Industriestandort.

“Vom ehemaligen Militärflugplatz zum Siemens Prüf- und Validationszentrum”

  • In den Jahren nach der Schließung entstand auf Teilen des ehemaligen Flugplatzgeländes eines der modernsten Prüf- und Validationszentren für Schienenfahrzeuge weltweit.
  • Das Prüf- und Validationszentrum Wegberg-Wildenrath von Siemens Mobility entwickelte sich zu einem internationalen Kompetenzzentrum für die Erprobung, Validierung,
  • Zertifizierung, Modernisierung und Weiterentwicklung von Schienenfahrzeugen.

”Heute werden dort Lokomotiven, Hochgeschwindigkeitszüge, Regionalzüge, Straßenbahnen, U-Bahnen und zahlreiche weitere Schienenfahrzeuge unter realen Bedingungen getestet”

  • Über 700 hochqualifizierte Fachkräfte betreuen die Anlagen.
  • Das Zentrum verfügt über rund 44 Hektar Fläche, etwa 30 Kilometer Teststrecken in Normal- und Meterspur sowie mehrere Testringe und hochmoderne Prüf- und Messsysteme.
  • Die Anlagen stehen dabei nicht nur Siemens selbst, sondern auch zahlreichen internationalen Herstellern zur Verfügung.
  • Etwa ein Viertel der getesteten Fahrzeuge stammt von anderen Unternehmen.
  • Die Tests können unabhängig vom öffentlichen Bahnnetz an 365 Tagen im Jahr durchgeführt werden.

“Innovation für eine nachhaltige Zukunft”

  • Heute steht Wegberg-Wildenrath sinnbildlich für den erfolgreichen Wandel von einem militärischen Standort zu einem Zentrum für nachhaltige Mobilität und technologische Innovation.
  • Wo einst Kampfflugzeuge starteten und landeten, werden heute moderne Schienenfahrzeuge entwickelt und getestet, die einen wichtigen Beitrag zur klimafreundlichen Mobilität leisten.

”Das Prüf- und Validationszentrum unterstützt die Entwicklung energieeffizienter Züge, digitaler Steuerungssysteme, intelligenter Verkehrslösungen und nachhaltiger Transportkonzepte für die Zukunft”

  • Damit verbindet der Standort seine historische Bedeutung mit modernster Technologie und zeigt eindrucksvoll, wie aus einem ehemaligen Militärflugplatz ein international anerkanntes Innovationszentrum für eine nachhaltige Welt entstehen konnte.
  • Das Motto der Entwicklung lässt sich treffend zusammenfassen:

“Tradition verbindet – Innovation gestaltet Zukunft”

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