Als 21-jähriger bin ich damals bewusst aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten und werde diesen Schritt nie bereuen.
- Jahrzehnte später habe ich habe Rom gesehen und das Leben in der Kirche dort erlebt — dieses überschwängliche, glanzvolle, selbst bezügliche Leben, das meine Zweifel nicht im Geringsten zerstreut hat.
Der offizielle YouTube-Beitrag über die rund 403.000 Kirchenaustritte im Jahr 2023 allein in Deutschland zeigt, dass ich mit meinem damaligen Schritt sicher nicht allein war und dass die Kirche längst ein massives Glaubwürdigkeitsproblem hat.
- In meinem Heimatort Heinsberg-Randerath war ich als Kind Messdiener und bekam einen frühen Einblick hinter die Kulissen.
- Unser Pfarrer, der auf Kosten der Kirchensteuer die besten Lebensmittel und Getränke einkaufen ließ, im Überfluss lebte und — wie damals im Dorf gemunkelt — eine intime Beziehung zur Haushälterin pflegte, die niemand ernst nehmen wollte.
- Diese persönlichen Erfahrungen haben meinen Glauben und mein Vertrauen in diese Institution schon als Kind zutiefst erschüttert.
“Kirchenaustritte in Deutschland — Eine sich beschleunigende Entwicklung”
Das YouTube-Video bringt es auf den Punkt:
- Trotz leichtem Rückgang gegenüber dem Rekord Jahr 2022 traten rund 402.694 Menschen aus der katholischen Kirche in Deutschland aus — und dies ist nur die offizielle Spitze eines viel größeren Trends.
In Deutschland ist der Austritt mehr als ein Symbol:
- Er bedeutet das Ende der Kirchensteuerpflicht, die hierzulande von staatlichen Behörden eingezogen wird, solange man offiziell eingetragen ist.
- Dieses Modell führt nicht nur zu einem statistischen Austritt, sondern auch zu einem realen wirtschaftlichen Bruch zwischen Menschen und der Institution Kirche.
- Was mich dabei nicht überrascht, ist die Zahl derjenigen, die bereits vor mir den Absprung gewagt haben — Menschen, die der Kirche nicht nur den Rücken gekehrt haben, weil sie nicht mehr glauben, sondern weil sie den institutionellen Machtapparat, den moralischen Anspruch und die vermeintliche Nähe zum modernen Leben nicht mehr teilen wollen.
“Die Dimension des Missbrauchs — Eine Schande, die nicht vergeht”
- Wenn ich mir die Austrittszahlen ansehe und sie mit dem Missbrauchsskandal in Beziehung setze, dann ergibt sich ein Bild, das bei aller nüchternen Statistik erschütternd ist.
Allein in Deutschland haben Betroffene von Anfang 2021 bis Ende Juni 2025 4.504 Anträge bei der unabhängigen Anerkennungskommission UKA gestellt, und fast 77 Millionen Euro wurden an Missbrauchsopfer gezahlt.
- Diese Zahlen sind keine abstrakte Statistik, sondern konkrete Schicksale, die das Vertrauen in die Institution erschüttert haben.
- Und sie decken nur die Spitze des Eisbergs ab — viele Fälle werden nie öffentlich, viele Opfer trauen sich nicht mehr, ihre Stimme zu erheben, und unzählige Vorfälle liegen im Dunkeln, weiter verborgen hinter verschlossenen Türen.
Auch international zeigen die Daten ein ähnliches Bild:
- In Italien berichtete eine Opfergruppe von nahezu 4.400 Missbrauchsopfern durch katholische Priester seit 2020, und Untersuchungen der Kirche selbst stoßen auf Widerstand und Unterlassung.
- In den USA wurden allein über fünf Milliarden Dollar im Zuge von Missbrauchsklagen und Entschädigungen ausgezahlt.
- Diese Dimensionen sprechen Bände über ein systemisches Problem, das weit über einzelne Skandale hinausgeht.
“Kirche und Macht – Warum ich keine Rückkehr in Erwägung ziehe”
- Meine persönliche Geschichte ist untrennbar mit meinen Erfahrungen, Beobachtungen und dem, was ich in meiner Rolle als Berufskraftfahrer, Kraftverkehrsmeister und Mensch gesehen habe, verknüpft.
Ich sehe in der römisch-katholischen Kirche nicht mehr eine spirituelle Heimat, sondern eine institutionelle Macht, die weit entfernt vom Alltag und weitgehend unzureichend in der Aufarbeitung ihrer eigenen Verfehlungen agiert.
- Die Kirche verliert nicht nur Mitglieder, sie verliert Glaubwürdigkeit.
- Wenn selbst in Deutschland, einem Land mit verpflichtender Kirchensteuer und jahrhundertelanger kirchlicher Tradition, die Zahlen der Austritte auf sehr hohem Niveau bleiben, dann ist das ein klares Zeichen einer tiefgreifenden Entfremdung.
Und wie viele weitere Missbrauchsfälle werden aktuell noch nicht öffentlich?
- Wie viele Geschichten liegen in Schubladen, werden verschwiegen, vertuscht oder durch interne Mechanismen klein-, vertagt oder abgewiegelt?
- Diese Fragen bewegen mich und viele andere, die wie ich schon früh ausgetreten sind — und sie werden von Statistikern, Journalisten und Aufarbeitung Institutionen nur ansatzweise beantwortet.
Mein Fazit:
“Mein Weg war richtig, aber die Wurzeln des Problems sind größer”
- Ich bin damals aus der Kirche ausgetreten – und ich würde es immer wieder tun.
- Nicht nur wegen meiner persönlichen Erfahrungen, sondern auch, weil eine Institution, die in großem Maßstab ihre Macht missbraucht, Menschen schadet und gleichzeitig moralische Autorität beansprucht, in einer freien Gesellschaft kritisch hinterfragt und letztlich verlassen werden muss.
Die Zahlen, die im YouTube-Video dargestellt werden, sind dabei nur ein Baustein im Gesamtbild:
- Hunderttausende Menschen verlassen die Kirche, und die Kirche selbst ist gezwungen, sich mit ihren eigenen Versäumnissen auseinanderzusetzen.
Die Austritte sind nicht nur Zahlen — sie sind ein Spiegelbild des verlorenen Vertrauens in eine Organisation, die ihre Lehren nicht mit ihrem Handeln in Einklang bringt.




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